Gut besuchte Einwohnerversammlung ermittelte einen Wappenvorschlag

Gut besuchte Einwohnerversammlung ermittelte am 21.02. einen Wappenvorschlag für die Sitzung der Gemeindevertretung am 7. März.

Nach der Begrüßung aller Anwesenden teilte Bürgermeister Karl-Friedrich Wehner unter TOP 2 mit, dass Meezen weiterhin im Beobachtungsgebiet der Geflügelpest liegt und deshalb u. a. die Hunde anzuleinen sind.

Zum Haupttagesordnungspunkt überleitend dankte er der Wappen-Arbeitsgruppe, bestehend aus Dietrich Ebeling, Jörg-Rüdiger Janoschek und Hartmut Ralf, für die gute, in mehreren Sitzungen erarbeitete Vorbereitung dieser Einwohnerversammlung, und gab dem Gruppensprecher Hartmut Ralf das Wort.

Dieser freute sich, dass so viele, nämlich mehr als 50 Einwohner gekommen waren, und dass damit eine breite Grundlage für den abschließenden Empfehlungsvorschlag gewährleistet sei.

Besonders erfreut war die Arbeitsgruppe über die positive Resonanz der Meezener Einwohner auf die Bitte, Motive für das Wappen vorzuschlagen. Es wurden 22 Vorschläge eingereicht, die der Versammlung teils verbal, teils an Hand von präsentierten Abbildungen vorgestellt wurden. Dann übernahm unser wichtigster Gast, der Künstler und Grafikdesigner Uwe Nagel das Wort. Um zu veranschaulichen, was alles in einem Wappen berücksichtigt werden muss, hatte er sich die Mühe gemacht, sieben der eingereichten Entwürfe nach den heraldischen Darstellungsregeln umzuarbeiten.

Er begründete an den Arbeiten, warum ihm die Entwürfe der Meezener Zeichnerinnen und Zeichner so gut gefielen und erklärte, mit welchen Mitteln er die Entwürfe in die „Wappensprache“ übersetzen konnte.

Teilweise wurde von den Einwohnern angenommen, dass aus diesen Entwürfen das Meezener Wappen ausgewählt werden solle. Nachdem dieses Missverständnis ausgeräumt war, konnte Uwe Nagel seine drei Wappen- und Flaggenentwürfe vorstellen, indem er die Symbole erläuterte und die Formgebung begründete.

Zum Schluss wurde in einem geheimen Abstimmungsverfahren das Wappen ermittelt, das dem Gemeinderat als Vorschlag empfohlen werden soll. Die öffentliche Auszählung ergab ein eindeutiges Ergebnis, die mittlere Variante 2 machte mit 12 : 23 : 2 das Rennen.

Zu dieser Variante 2 hat Uwe Nagel (Foto: K. Bambenek, shz.de) folgenden Text für das Landesarchiv in Schleswig verfasst:

Historische Begründung
Die Gemeinde Meezen liegt im Naturraum „Hohenwestedter Geest“ am Rande der „Holsteiner Vorgeest“. Der Ortsname Meezen leitet sich her von „Metsin“ (1474) – „Metsinge“ (1600) und lässt sich mit „Grasland – Wiesenland“ deuten. (Quelle: W.LAUR, 1992, Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig Holstein) Er bezieht sich auf ein ausgedehntes Niederungsgebiet im Nordwesten der Gemeinde, eine eiszeitliche Abflussrinne.
Die gestreckte Wellenlinie im Schildhaupt symbolisiert die seichten Hügel in der „Hohenwestedter Geest“. Der blau-weiße Wellenschildfuß bezieht sich auf die Buckener Au im nord-westlichen Gemeindegebiet sowie auf die Teichanlagen im Nordosten.
Die gekreuzten silbernen Birkenzweige weisen auf die starke Verbreitung dieser Baumart auf den trockenen Geeststandorten hin sowie auf die feuchten Moorstandorte, aber auch auf die Waldflächen im nord-östlichen Gemeindegebiet, Ausläufer des Naturparks Aukrug.
Die gekreuzten Sensen beziehen sich auf den Ortsnamen und erinnern damit an die frühere Nutzung der Wiesen und Weiden zur Heugewinnung.Die Hintergrundfarbe Grün weist auf die ausgedehnten Wald- und Wiesenflächen hin,der goldene Hintergrund auf die Lage der Gemeinde in der „Hohenwestedter Geest“.

In einem ausführlichen Artikel in der Landeszeitung vom 23.02.2017 werden von Katharina Bambenek alle Einzelheiten der Wappenfindung sorgfältig erwähnt. Die falsch verwendeten Begriffe in Überschrift und Bildunterschrift (Sicheln statt Sensen) stammen eindeutig nicht von der Autorin. In der online-Ausgabe sind die „Sicheln“ inzwischen ausgewechselt worden.

Zum Artikel von Katharina Bambenek „Zwei goldene Sensen für Meezen“
Weiterleitung zur Seite von www.shz.de

Ein Bericht von Hartmut Ralf
Sprecher der Wappen-Arbeitsgruppe